
Verkehrszeichen für Tempo 30 © Mechtild Lutze
Tempo 30 in Tempelhof
Auf vielen Nebenstraßen in unserem Bezirk gibt es bereits Tempo 30, aber gerade auf Hauptstraßen ist ein höheres Tempo für Radfahrer_innen gefährlich. Deshalb engagieren wir uns für die Anordnung von T30, auch über die Möglichkeiten der STVO hinaus.
Die ADFC Gruppe Tempelhof engagiert sich seit 2021 für Tempo 30 im Bezirk
In der Novelle der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung (STVO) wird der Schutz durch Tempo 30 vor besonders schützenswerten Einrichtungen, wie Kindertagesstätten, Schulen, Senioreneinrichtungen, Krankenhäusern, Spielplätzen gefördert. Auch die Verlängerung des Lückenschlusses zwischen zwei Anordungsstrecken durch die Novellierung der STVO in 2024 ist ein Gewinn für Nutzer_innen der Einrichtungen und ebenso für Anwohner_innen.
Unser Vorgehen
Bisher haben wir für sechs verschiedene Umgebungen schützenswerter Einrichtungen an Hauptverkehrsstraßen Vorschläge für die Anordnung von Tempo 30 gemacht. Wir nennen diese Bereiche Cluster. Dabei kommt dem Projekt zugute, dass zwischen zwei Zonen mit geringerer Geschwindigkeit jetzt auch eine Lücke von bis zu 500 Metern mit derselben Geschwindigkeitsbegrenzung ausgewiesen werden kann.
Die Übersicht über diese Cluster kann man herunterladen.
Umfangreiches Anhörungs- und Umsetzungsverfahren
Wir hatten unsere Ergebnisse aus Tempelhof, Mariendorf und Marienfelde im August 2022 an die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klima, Umweltschutz mit der Bitte geschickt, die Vorschläge so bald wie möglich umzusetzen. Allerdings unterliegt das Verfahren einer Regelung, die besagt, das zunächst ein Prüfverfahren eingeleitet wird, d.h., die Senatsverwaltung schaut, ob es sich tatsächlich um eine schützenswerte Einrichtung handelt und bezieht diese zur Klärung mit ein. Kooperiert die Einrichtung nicht, gerät das Verfahren ins Stocken. Verläuft die Kooperation jedoch reibungslos, erfolgt das Anhörungsverfahren mit dem zuständigen Bezirksamt und der Polizeibehörde. Wird dem Verlangen zugestimmt, spricht die Senatsverwaltung die Anordnung aus. Für die Umsetzung ist dann der Bezirk zuständig.
Engagement lohnt sich
Die Prüf- und Anhörungsverfahren sind fortgeschritten und Anordnungen wurden ausgesprochen. Inzwischen ist der größte Anteil der Anordnungen im Bezirk bereits umgesetzt worden! Nur in einem Fall konnte ein Kontakt zu einer Einrichtung nicht hergestellt werden. In der Regel sind die Einrichtungen froh über die reduzierte Geschwindigkeit und sehen den Gewinn an mehr Sicherheit und Lebensqualität.
Einige Änderungen haben wir auf OpenStreetMap schon dokumentiert. Die folgende Karte kann vergrößert und verschoben werden, die weiterführenden Informationen bekommt man durch einen Klick auf die dicken farbigen Linien und auf die rechte obere Ecke der Legende "Data Browser":
Wir bleiben dran bei Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen und laden euch ein, mitzumachen!
Wir fordern flächendeckend und durchgehend Tempo 30!
Schluss mit dem Flickenteppich - Verwaltungshandeln vereinfachen!
Die geringere Geschwindigkeit schützt Leben! Der Halteweg bei Tempo 30 zu Tempo 50 reduziert sich von 25,95 Meter auf 12,67 Meter!
Die Lebensqualität in der Stadt steigt, gerade auch an Hauptverkehrsstraßen, denn der Lärm nimmt ab um 3-5 Dezibel, wahrgenommen wird das als Halbierung des Lärmpegels. Die Luft wird besser, denn durch die gleichmässigere Geschwindigkeit werden weniger Schadstoffe ausgestoßen.
Es gibt viel zu tun, gemeinsam kriegen wir es hin!
Der Landesverband des ADFC Berlin hat gesondert auf die Vorteile von Tempo 30 hingewiesen und engagiert sich für die Umsetzung.








