Gespräch mit dem Straßen- und Grünflächenamt

Heute hatten wir wieder einmal ein Gespräch mit dem Straßen- und Grünflächenamt und konnten eine ganze Reihe von Anliegen und Fragen anbringen. Im Anschluss sandten wir eine Liste mit konkreten kleineren Maßnahmen.

Wir besprachen mit dem Amtsleiter und dem neuen Leiter der Abteilung Mobilitätswende eine breite Palette an Themen. Unter anderem ging es um Trennelementen für geschützte Radfahrstreifen, Fahrradstraßen, Unfallschwerpunkte, den Graefekiez, Kopfsteinplaster, E-Scooter, Fahrradweichen oder den Bersarinplatz. Zum größten Problem, der Personalsituation, machte das Amt klar, dass sich die Lage gerade bessert und Stellen besetzt werden. Dann kommt das Amt hoffentlich auch bald schneller voran mit seiner langen Liste an schon geplanten größeren Projekten. Im Nachgang sandten wir zusätzlich schriftlich eine Liste mit kleinen Maßnahmen (die Bilder aus der Email fehlen hier):

1. Geschützter Fahrstreifen nicht angepasst: Frankfurter Allee / Niederbarnimstraße: Am Anfang des Fahrstreifens ist rechts nur die Infrastruktur des alten Hochbordradwegs mit Farbe übermalt. Dies ist umso misslicher als man durch die Verengung der Schutzpfosten links fast gezwungen wird, über die alte Infrastruktur mit ihren Hebungen zu fahren. Hier sollte bitte eine Einebnung erfolgen.

2. Rotmarkierung fehlt: Frankfurter Allee Südseite, teils sogar bei gerade erneuerten T-Kreuzungen, vgl. 2.1 (Mainzer Straße), 2.2. (Colbestraße), 2.3 (Weichselstraße), 2.4 (Finowstraße), 2.5 (Kinzigstraße); das ist umso unerklärlicher als andere (alte) Kreuzungen Rotmarkierungen haben, vgl. 2.6 (Jessnerstraße), 2.7 (Jungstraße), 2.8 (Niederbarnimstraße) sowie alle an der Nordseite.

3. Schutzelemente an Fahrstreifen fehlen: Frankfurter Allee von Möllendorffstraße bis Pettenkoferstraße, vgl. 3.1 und 3.2, wobei natürlich ein Teil in Lichtenberg liegt): Da gibt es schon einen geschützten Fahrstreifen, aber ohne Schutzelemente. Dies ist problematisch wegen des relativ schmalen Fahrstreifens und weil Autos wegen des Einkaufszentrums auf dem Streifen halten, zudem gibt es keine Parkplätze (nur eine Einfahrt), was Schutzelemente leicht möglich macht. Darüber hinaus sind an diversen Stellen auf der Südseite der Allee unerklärlich wenige Poller (besonders vor/nach Kreuzungen), z.B. Finowstraße (3.3), Kinzigstraße (3.4), Mainzer Straße (3.5), Weichselstraße (3.6, auch 2.3), Colbestraße (3.7 - da kommt zwar bald ein Parkplatz, aber dennoch wären davor ein paar Poller möglich und an der Einfahrt in den Radfahrstreifen wichtig) (vgl. dazu auch unser Papier vom Juni 2022, wobei da teils veraltete Bilder sind: https://berlin.adfc.de/fileadmin/Gliederungen/Pedale/berlin/user_upload/Stadtteilgruppen/Friedrichshain-Kreuzberg/Geschuetzte_Radfahrstreifen_Kreuzungen.pdf).

4. Gefährliche Kurz-Bordsteine: Die gibt es unseres Erachtens am Frankfurter Tor (besonders Mittelinsel Nordseite, 4.1, aber auch Südseite, 4.2) und an der Yorckstraße (Katzbachstraße) (4.3). Es gab dort Unfälle, weil Radfahrende die Bordsteine nicht bemerken. Deshalb sollten sie farblich markiert werden (z.B. Streifenmuster - ein weißer Strich, so wie er jetzt an der Mittelinsel Südseite am Frankfurter Tor besteht, dürfte nicht genügen)?

5. Fahrradweichen ohne Rotmarkierung/Schutzelemente: An den Fahrradweichen des Bezirks sollte es zumindest überall eine Rotmarkierung und kleine Trenner (Leitboys) linksseitig (ggf. auch rechtsseitig) bei der Geradeausspur geben (so wie an der Holzmarktstraße, vgl. 5, wo zumindest linksseitig Trenner sind; auch die abgefahrenen Trenner schützen übrigens besser als gar nichts), vgl. dazu unsere Übersicht, https://berlin.adfc.de/fileadmin/Gliederungen/Pedale/berlin/user_upload/Stadtteilgruppen/Friedrichshain-Kreuzberg/Fahrradweichen.pdf, wobei die wohl nicht vollständig ist). Insbesondere Frankfurter Tor und Schillingbrücke scheinen uns wegen schmaler Geradeausspur und hohem Autoaufkommen problematisch (dort sollte auch geprüft werden, ob die Weiche überhaupt angemessen ist).

6. Markierungen verblasst/fehlen: Eldenaer Straße von Pettenkofer- bis Proskauerstraße: vgl. 6.1-6.4: Müssten (beidseitig) erneuert werden.

7. Moritzplatz: Bitte um Prüfung, ob die neue Verschwenkung auf den Hochbord auf der Nordseite so wegen des BVG-Aufzugs erfolgen musste und ob man nicht zugleich eine alternative direkte Route in den Kreisverkehr belassen kann (wie es sie auf der Südseite gibt).

Im Übrigen wäre wichtig, die Fahrradstraßen bald zu verbessern (also z.B. Einbahnstraßen in der Rigaer Straße, wobei wichtig wäre, dass die Einbahnstraße zwischen Voigtstraße und Proskauer Straße stadtauswärts geht).

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Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 200.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die ADFC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer*in achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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