Mädchen auf Fahrrad mit einem Schild auf dem steht: Mein Leben ist mehr wert als ein Parkplatz

Die Verkehrssicherheit von Radfahrenden ist mehr wert als ein Parkplatz. © Karl Grünberg

Fahrraddemo in Schöneberg am 24. November 2023: Für gute, sichere Radwege!

Was nützen Radwege, die nur ein bisschen schützen? Wir sagen „Nein“ zu den neuen, schlechten Plänen für den Radweg in der Grunewaldstraße. Deswegen: Raddemo am 24. November ab 17 Uhr vor dem Rathaus Schöneberg! Für gute, sichere Radwege in Berlin!

Die neuen Pläne der Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) für den Radweg in der Grunewaldstraße in Schöneberg sind eine massive Verschlechterung für die Verkehrssicherheit von Radfahrenden. Wir sagen: Es reicht! Wir schauen nicht länger zu, wie eine Radverkehrsverhinderungspolitik die Sicherheit von Radfahrenden systematisch untergräbt – zugunsten von Parkplätzen und einer ideologischen Verkehrspolitik. Kommt am 24. November zur leuchtenden Fahrraddemo nach Schöneberg für gute, sichere Radwege. Es geht nicht nur um die Grunewaldstraße, sondern um alle weiteren zukünftigen Radwege auf Hauptstraßen in Berlin.

So lange haben wir auf den Radweg in der Grunewaldstraße in Schöneberg gewartet: jahrelange Planung, zentimetergenaue Absprache mit allen Beteiligten, dann noch einmal eine Menge Protestdemos gegen den Radwegestopp der aktuellen Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) im Frühjahr und Sommer dieses Jahres.

Im Juli verkündete Schreiner, dass der Radweg in der Grunewaldstraße wie geplant gebaut werden würde. „Endlich“ könnten wir sagen.

Doch ein Blick auf die nun aktuellen Pläne der „Taskforce Radverkehr“ (Senatsverwaltung Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt) schockiert uns. Denn es wurden nachträglich viele Verschlechterungen von der Taskforce eingebaut, so sind zugunsten von Parkplätzen sind eine Menge Abstriche in puncto Verkehrssicherheit gemacht worden.

Besonders ärgerlich: Viele der vorgesehenen Schutzelemente sind in den aktuellen Plänen nicht mehr verzeichnet. Dabei braucht es gerade diese damit alle Menschen, auch Schulkinder und Senioren, sicher Fahrrad fahren können. Ohne Schutzelemente werden die Autos und Transporter wieder auf den Radwegen parken und damit Radfahrende massiv gefährden.

Wir sagen: Lasst uns unseren gemeinsamen Protest in die Grunewaldstraße, aber auch ins benachbarte Kreuzberg und Wilmersdorf tragen. Kommt zur Fahrrad-Demo am Freitag 24. November 2023, 17 Uhr, Rathaus Schöneberg. Schmückt dafür eure Räder, damit wir in der dunklen Jahreszeit leuchten und glitzern.

Desweiteren ist an vielen Stellen die Breite des Radweges auf zwei Meter reduziert worden. Radfahrende können sich also nicht mehr überholen. An anderen Stellen gibt es gefährliche Verschwenkungen, die zu mehr Kfz-Stau führen und Radfahrende gefährden. Dann fehlt es an Sicherheitsstreifen zu parkenden Autos, wodurch eine massive Dooring-Gefahr besteht.

Alles in allem werden Radfahrende durch die neuen Pläne gefährdet und aktuelle Verkehrssicherheitsstandards werden unterschritten. Das darf es nicht geben, nicht in der Grunewaldstraße und auch nicht bei zukünftigen Radwegeprojekten im Bezirk und in Berlin.

Was darüber hinaus besonders ärgerlich ist: Die bisherigen Planungen für den geschützten Radweg auf der Grunewaldstraße wurden aufwendig mit Beteiligung der Gewerbetreibenden und Anwohnenden zusammen mit der Industrie und Handelskammer Berlin erstellt. Diese Pläne werden einfach so über den Haufen geworfen, als ob sie keine Relevanz hätten. Was für ein Signal wird hier in die Zivilgesellschaft ausgesendet, die sich engagiert, um ihren Kiez und ihre Stadt lebenswerter zu gestalten? Was für ein Signal wird an die Stadtplaner:innen in den Bezirken ausgesendet, die wertvolle Arbeitsstunden dafür verwendet haben, die bisherigen Pläne zu erstellen?

Und wofür? Schaut man auf die neuen, schlechteren Pläne stellt man fest, dass es vor allem darum geht, Parkplätze zu sichern - auf Kosten der Verkehrssicherheit.

Deswegen: Auf zur leuchtenden Fahrraddemo für sichere Radwege in der Grunewaldstraße, in Schöneberg und in Berlin.

Wann: Freitag, 24. November, 17 Uhr, Start: Vor dem Rathaus Schöneberg!

 

Zusammen mit:

- VCD Nordost

 

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Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 200.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die ADFC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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