
Grunewaldstraße Berlin Schöneberg April 2024: vereinzelte Tempo 30 Abschnitte, aber noch keine sicheren Radwege. © Claudia Thiele | ADFC Berlin
Bekommt die Schöneberger Grunewaldstraße nun doch noch ihre sicheren Radwege?
Seit dem Radwegestopp im Sommer 2023 hat der ADFC Berlin in einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis wiederholt für sichere Radwege auf der Schöneberger Grunewaldstraße demonstriert. Beginnt der Umbau nun doch noch im Jahr 2024?
Laut Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg und Stadträtin Dr. Saskia Ellenbeck sieht es zumindest danach aus. Die Verkehrszeichenpläne für den Radwegebau auf der Schöneberger Grunewaldstraße sind zugunsten von mehr Verkehrssicherheit für Radfahrende aktualisiert worden.
Die Verkehrs- und Radwegeplaner:innen des Bezirksamts haben sich gegenüber der Senatsverkehrsverwaltung SenMVKU gemeinsam mit der Stadträtin für mehr Verkehrssicherheit und für die Einhaltung der Vorgaben des Berliner Mobilitätsgesetzes auf der Grunewaldstraße eingesetzt. Möglicherweise beginnt der Umbau der Grunewaldstraße damit nun doch noch im 4. Quartal 2024.
Neun Monate nach dem Berliner Radwege-Stopp: Einigung zwischen dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg und der Senatsverwaltung in Sicht
Wie es zu der Verzögerung des Ausbaus gekommen ist, haben ADFC Berlin gemeinsam mit zahlreichen weiteren Akteur:innen aus der Zivilgesellschaft bereits mitgeteilt:
Nach dem vorläufigen Radwege-Stopp im Sommer 2023 kam zwar die Freigabe für den Umbau der Grunewaldstraße, doch wenige Wochen später ordnete der Senat klammheimlich überarbeitete Umbaupläne an.
Eine nähere Betrachtung der im November 2023 geänderten Pläne hatte ergeben, dass die Änderungen auf Kosten der Verkehrssicherheit vor allem für Radfahrende und für Kita- und Schulkinder gingen. Der Erhalt von ein paar Kfz-Stellplätzen sollte plötzlich im Vordergrund stehen. Das haben wir nicht hingenommen. Zusammen mit einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis haben wir mehrfach für mehr Verkehrssicherheit und sichere Radwege auf der Grunewaldstraße demonstriert.
Das Berliner Mobilitätsgesetz legt als Standard für den Bau sicherer Radwege an Hauptverkehrsstraßen eine ausreichende Breite und Protektion fest.
Die Einhaltung dieser Standards haben wir eingefordert, zumal:
Sobald sichere und geschützte Radwege an der Grunewaldstraße gebaut werden, erhöht sich dort auch die Schulwegsicherheit.
Die Grunewaldstraße führt durch die Einzugsbereiche von vier Grundschulen, wobei zwei von ihnen besonders stark durch die geänderten Pläne betroffen gewesen wären: Verschwenkungen und der Wegfall der Protektion zugunsten von mehr Kfz-Stellflächen hätten die Grunewaldstraße für Kinder, vor allem auf dem Fahrrad, erneut unsicher gemacht! Dabei ist dringend eine Verbesserung notwendig: Die Grunewaldstraße gilt nicht nur als übermäßig laut, sondern auch als besonders gefährlich für Radfahrende und zu Fuß gehende, also für die schwächeren Verkehrsteilnehmer:innen. Von der hohen Dichte und dem hohen Tempo des Autoverkehrs auf der Grunewaldstraße sind Kita- und Schulkinder besonders stark betroffen.
Das Kinder- und Jugendparlament Tempelhof-Schöneberg hatte sich bereits im Jahr 2019 für den Bau sicherer Radwege an der Grunewaldstraße eingesetzt.
Seit 2019 kämpft das Kinder- und Jugendparlament nun schon für sichere Radwege auf der Grunewaldstraße. Nun wird dieser Forderung endlich umgesetzt. InfraVelo schreibt: "Im März 2024 erfolgte eine Klärung der Fragen zwischen Senatsverwaltung und Bezirk. Die neuen, überarbeiteten Anordnungspläne stehen Ihnen zur Information zur Verfügung."
Der ADFC Schöneberg begrüßt die erneut aktualisierten Pläne.
Dass Bezirk und Senatsverwaltung sich schlussendlich doch noch auf die eigentlich rechtlich vorgeschriebenen Standards einigen konnten, ist erfreulich.
Wir sind gespannt auf den Umbau der Grunewaldstraße, die damit die Chance hat, endlich sicherer für Radfahrende und alle Verkehrsteilnehmenden zu werden - auch für Schul- und Kitakinder.








