Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Landesverband Berlin e. V.

Ein Menschenmenge mit Fahnen und Transparenten vor dem Roten Rathaus Berlin ist zu sehen.

32.000 Menschen demonstrierten im September 2026 für ein besseres Berlin mit einer gerechten Verkehrspolitik © ADFC Berlin / Annegret Krüger

Radwege-Rückbau und Baumfällungen stoppen!

Berlin bekommt eine neue Regierung. Dennoch drohen Entscheidungen des abgewählten Senats, Berlin auf Jahrzehnte negativ zu prägen. Der ADFC Berlin macht sich stark für den sofortigen Stopp von Radwege-Rückbau und Baumfällungen.

Betroffen sind folgende Straßen: 

Kantstraße: Sicherheit hat Vorrang

Die Berliner Kantstraße ist ein Symbol geworden - erst für Fortschritt, nun für Rückbau. Während Corona wurde hier einer der ersten und längsten Pop-Up-Radwege eingerichtet. Seitdem ist das Radfahren an der Kantstraße sicherer und entspannter geworden. Mehr Menschen fahren dort Fahrrad. Anwohnende erzählen von weniger Lärm und weniger Stress. 

Im ADFC-Fahrradklima-Test 2024 berichtete eine Person von ihrem Erleben: „Die 'temporäre' Einrichtung von Fahrradwegen entlang der Kantstraße während der Pandemie war und ist von unschätzbarem Wert. Der Weg wird enorm stark genutzt. Ohne Fahrradweg musste man um sein Leben fürchten, es starben auch immer wieder Fahrradfahrer:innen auf der Kantstraße. Ein Rückbau wäre eine Katastrophe.“ 

Der CDU war dieser Radweg von Beginn an ein Dorn im Auge. Mal argumentierte sie mit Belangen der Feuerwehr, mal mit dem Busverkehr. Die aktuelle Planung zeigt aber vorallem die Priorität von Parkplätzen, die für Senatorin Bonde wichtiger wiegen als die Sicherheit von Radfahrenden. Seit November 2024 demonstriert der ADFC Berlin im breiten Bündnis gegen den Rückbau. Auch ein Rechtgutachten der Deutschen Umwelthilfe zeigte 2025, dass der Rückbau rechtswidrig ist.

Im August 2026 hat Verkehrssentatorin Bonde (CDU) dennoch der Rückbau des Radfahrstreifens angeordnet. Per Eilantrag erreichte die Deutsche Umwelthilfe, dass der Senat den Baubeginn auf den 1. Oktober verschoben hat. Für den Rückbau des Radwegs setzt der Senat Gelder, die im Haushalt zu Förderung des Radverkehrs einstellt wurden. Ob dies haushaltsrechtlich zuverlässig ist, dürfte zumindest fragwürdig sein. 2,4 Millionen Euro für Radwege-Rückbau bedeuten auch 2,4 Millionen Euro weniger für sichere Kreuzungen oder geschützte Radwege. 

Der ADFC Berlin fordert eine Verstetigung des Radwegs an der Kantstraße und den Berlin-weiten Stopp von Radwege-Rückbau an Kantstraße und Unter den Eichen. 

Torstraße und Ollenhauer Straße: Hitzeschutz ist Pflicht

Bäume sind die Klimaanlage einer Stadt. Dennoch plant der Senat ab Oktober 2026 Dutzende Baumfällungen in der Torstraße und in der Ollenhauerstraße. In beiden Fällen ist auf der Fahrbahn ausreichend Platz für einen Radweg vorhanden. Dennoch hat der Senat Planungen beschlossen, die den Radverkehr auf den Gehweg drängen und Baumfällungen benötigen. Ab dem 1. Oktober drohen mit Ende der Schonzeit Baumfällungen. 

In Zeiten von Hitzewellen schadet das direkt der Gesundheit der Berlinerinnen und Berliner und verstößt gegen das Bäume-Plus-Gesetz, das auf Initiative des Baumentscheids beschlossen wurde. Der Protest gegen die Fällungen ist groß und Jahrzehnte alte Bäume können von einem neuen Senat nicht einfach nachgepflanzt werden, daher macht sich der ADFC Berlin dafür stark, Baumfällungen an der Torstraße und Ollenhauer Straße bis zur Bildung eines neuen Senats zu stoppen.

Im Fall der Torstraße fehlt außerdem eine schlüssige Gesamtplanung, die die Verkehrssicherheit an den Kreuzungen (Rosenthaler Platz) einschließt. Verkehrssicherheit und auch die “Flüssigkeit” des Verkehrs entscheidet sich an Kreuzungen. Es ist kurzsichtig, im westlichen Teil der Torstraße gesunde Bäume zu fällen, solange keine Planung für die gesamte Achse der Torstraße besteht. 

Nächste Demo auf der Torstraße: Mittwoch, 23. September, 17 Uhr Ecke Torstraße / Tucholskystraße (aktuelle Infos auf der Seite der Bürgerinitiative Lebendige Torstraße)

Berlin braucht den #NeustartFürsRad

Andere europäische Städte zeigen, was möglich ist: Paris, Warschau und Barcelona setzen auf echten Hitzeschutz durch mehr Grün in der Stadt. Amsterdam und Kopenhagen zeigen seit Jahrzehnten, dass gute Radwege Menschen fürs Fahrradfahren begeistern und die Verkehrssicherheit verbessern. Wir brauchen mehr Paris für Berlin, mehr Berlincelona. Mehr Mut und Konzept für den Umbau zu einer zukunftsfähigen Stadt. 

Bis zur Bildung einer neuen Regierung braucht Berlin den Stopp für den Rückbau von Radwegen und das Fällen von Bäumen. 

Zu den Forderungen des ADFC Berlin an die neue Regierung geht es hier: Neustart fürs Rad - Das Fahrrad als Schlüssel für eine gute Stadt für alle

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Wie fahrradfreundlich ist Berlin?

Nur wenige Wochen vor der Wahl rufen wir alle Radfahrer:innen dazu auf, bei der großen Umfrage mitzumachen:

  • Wie viel wird vor Ort bereits fürs Radfahren getan?
  • Was hat sich in den letzten Jahren verbessert? 
  • Sind die Radwege in einem guten Zustand?
  • Kurz: Macht Radfahren Spaß – oder ist es Stress?

Beim Fahrradklima-Test 2026 des ADFC zählt deine Stimme.

Zur Befragung
https://berlin.adfc.de/artikel/radwege-rueckbau-und-baumfaellungen-stoppen

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