Radfahrerin im dichten Verkehr.

Radfahrerin im dichten Verkehr. © ADFC/ April Agentur

ADFC-Fahrradklima-Test 2022: Bedrängt, behindert, gefährdet

Nur „Ausreichend“, eine bessere Note konnten Berliner Radfahrende ihrer Stadt im ADFC-Fahrradklima-Test 2022 nicht geben. Damit liegt Berlin weiter auf Platz 9 der 14 größten Städte in Deutschland.

Radfahren in Berlin ist immer noch purer Stress. Das ergibt der ADFC-Fahrradklima-Test, den der ADFC 2022 deutschlandweit durchgeführt hat. Mehr Informationen zum ADFC-Fahrradklima-Test und zur Auswertung der bundesweiten Ergebnisse finden sich unter https://fahrradklima-test.adfc.de/. 6.656 Fahrradfahrende – und damit so viele wie noch nie – haben sich alleine in Berlin an der Umfrage beteiligt. Diese Rekordteilnahme zeigt, wie unbefriedigend die aktuelle Verkehrssituation für die radfahrenden Berliner:innen ist.

Eine 4,13 haben die Teilnehmenden dem Fahrradklima in Berlin gegeben. Das ist gerade einmal ein Ausreichend. Damit landet Berlin unverändert auf Platz 9 der 14 Großstädte – hinter Bremen, Frankfurt am Main, Hannover, Leipzig und München (Platz 1-5).

 

Doch wie kommt es zu dieser Bewertung?

Zwei Drittel der Befragten sagen, dass das Radfahren in Berlin Stress bedeutet. Das hängt höchstwahrscheinlich damit zusammen, dass 83 Prozent angeben, dass sie sich als Radfahrende nicht sicher, sondern gefährdet fühlen (Schulnote 4,7). Zum Vergleich: Bei der Wiederholungswahl haben CDU, SPD, Grüne, FDP und Linke zusammen 82 Prozent bekommen. Diese Bewertung ist kein Wunder, wenn 89 Prozent berichten, dass es häufig Konflikte mit Autofahrenden gibt, wofür sie ein klares Mangelhaft geben (5,0). Ein häufiger Konflikt besteht darin, dass sich die Radfahrenden auf der Fahrbahn von Autofahrenden bedrängt und behindert fühlen, was 85 Prozent angeben. Entsprechend fühlen sich auch zwei Drittel nicht als Verkehrsteilnehmende akzeptiert.

Alle kennen diese Situation: Man fährt auf einem Radweg und plötzlich steht darauf ein Auto. Falsch geparkt, ob nur mal kurz oder für länger, spielt dabei keine Rolle. Als Radfahrende:r muss man nun abbremsen, über die Schulter schauen und sich in den Kfz-Verkehr einfädeln, was durchaus gefährlich werden kann. 87 Prozent der Befragten beobachten, dass Falschparken in Berlin auf den Radwegen großzügig geduldet wird und vergeben dafür im Schnitt die Note 5,1.

Am allerschlechtesten aber schneidet Berlin in der Bewertung seiner Bewohner:innen in puncto Fahrraddiebstahl ab: Note 5,3. Gerade einmal 6 Prozent sind der Ansicht, Fahrraddiebstahl komme in Berlin selten vor. Damit liegt es in der Tabelle nur noch vor dem Schlusslicht Leipzig, wo das 4 Prozent sagen.

Eine positive Nachricht gibt es am Ende doch noch: Im Vergleich zu 2020, also zum vorherigen Fahrradklima-Test, geben die Befragten an, dass Radfahrende an Baustellen weniger zum Absteigen und Schieben gezwungen sind. Hier hat sich die Note von 4,6 auf 4,4 verbessert. In allen anderen Fragen waren die Veränderungen nur marginal.

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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