
Senior Mass Demoplakat für den 20.06.2026 von Changing Cities im VeloKiez des ADFC Berlin: Kommt mit! © ADFC Schöneberg
Senior Mass unterstützen: Sichere Radwege für alle Generationen!
Wir rufen auf zur Senior Mass Fahrraddemo am Samstag, den 20. Juni 2026. Die Demo startet um 13:00 Uhr an der Yorckstraße Ecke Katzlerstraße in 10829 Berlin.
Der ADFC Schöneberg ruft gemeinsam mit zahlreichen weiteren Initiativen und Verbänden zur Teilnahme an der Senior Mass auf. Die Senior Mass ist eine Fahrraddemo, die zeigt: Sichere Radinfrastruktur ist keine Frage des Alters, sondern eine Frage der Flächengerechtigkeit. Radwege, die für Senior:innen sicher sind, sind auch sicher für Kinder und damit sicher für alle!
Warum wir dabei sind
Im Mai haben wir mit der Kidical Mass gezeigt, wie wichtig - und möglich - sichere Straßen für Kinder sind. Mehr als 150 Teilnehmer:innen, darunter viele Familien, forderten Tempo 30, geschützte Radwege, sichere Kreuzungen und Querungen sowie den Erhalt der Jugendverkehrsschule am Sachsendamm. Die Stimmung war gut, die Forderungen klar. Jetzt setzen wir das Zeichen fort, für die Generation, die weiterhin mit dem Fahrrad mobil bleiben will.
Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, ist effizient unterwegs: Das wird durch eine aktuelle Studie im Scientific American erneut bestätigt*. Und doch, trotz dieser Effizienz halten gefährliche Straßenverhältnisse viele ältere Menschen davon ab, aufs Fahrrad zu steigen. Das muss sich ändern: Gute Radinfrastruktur kennt kein Alter!
Die wichtigsten Infos zur Senior Mass am 20.06.2026
| Wann: | Samstag, 13. Juni 2026 um 13:00 Uhr |
| Start und Ziel: | Yorckstraße Ecke Katzlerstraße, 10829 Berlin |
| Strecke: | ca. 10 Kilometer durch Schöneberg und Charlottenburg |
| Zwischenkundgebung: | Fasanenplatz |
| Ende: | ca. 15:00 Uhr |
| Schirmherrschaft: | Dota Kehr |
| Veranstalterin: | Changing Cities, Netzwerk Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg |
| Anbindung: | S/U-Bahnhof Yorckstraße (S1, U7, M19, S25, S26) |
Route: Bülowstraße – Kleiststraße – Tauentzienstraße – Ku'Damm – Uhlandstraße – Fasanenplatz – Fasanenstraße – Hohenzollerndamm – Nachodstraße – Hohenstaufenstraße – Martin-Luther-Straße - Grunewaldstraße – Goltzstraße – Pallasstraße – Goebenstraße – Yorckstraße
Die Route führt über Straßen, die aktuell nicht sicher sind für Menschen jeden Alters, und zeigt damit genau das, was wir fordern, für Kinder, Senior:innen, für alle.
Der ADFC Berlin hat im März 2026 den Forderungskatalog “Neustart fürs Rad - Das Fahrrad als Schlüssel für eine gute Stadt für alle” an die verkehrspolitischen Sprecher:innen der im Abgeordnetenhaus vertretenen demokratischen Parteien übergeben. Das 3. Kapitel “Mehr Fahrrad für ein gerechtes Berlin" richtet sich explizit an Kinder UND Ältere.
7 Kernforderungen für einen kinderfreundlichen Radverkehr, die auch Senior:innen nützen
Auf unserer Webseite zu den Maßnahmen für einen kinderfreundlichen Radverkehr haben wir Forderungen zusammengetragen, die den Radverkehr auch Senior:innen sicher machen:
1. Tempo 30 innerorts, mindestens vor Schulen, Kitas, Pflegeeinrichtungen, Schulwegen
2. Geschützte Radwege an Hauptverkehrsstraßen, breit genug für Lastenräder, Kinderanhänger und Spezialfahrzeuge
3. Sichere Kreuzungen mit getrennten Ampeln, kein Rechtsabbiegen für Lkw ohne Schutz
4. Schulstraßen und Schulzonen als Lern- und Aufenthaltsräume ohne Autoverkehr
5. Verkehrsberuhigung in den Kiezen, weniger Auto-Durchgangsverkehr
6. Jugendverkehrsschulen erhalten und ausbauen, Mobilitätsbildung fest verankern
7. Fahrradabstellanlagen an Schulen, Kitas und seniorengerechten Einrichtungen
Unser Motto: “Geht's den Kindern gut, geht's der Stadt gut.” Und wir ergänzen: “Geht's den Senior:innen gut, geht's uns allen gut.”
Der politische Kontext: Warum jetzt handeln?
Die Berliner Regierung aus CDU und SPD plant aktuell, Schutzbestimmungen für Radfahrende aus dem Mobilitätsgesetz zu streichen. Betroffen sind rund 1.500 Kilometer Hauptverkehrsstraßen und jährlich 30 zu sichernde Unfallschwerpunkte.
Marlene Alber, politische Referentin des ADFC Berlin, kommentierte im April 2026:
„Das Mobilitätsgesetz wurde unter anderem von der SPD erarbeitet und beschlossen, um die Sicherheit von allen Verkehrsteilnehmenden zu gewährleisten. Jetzt will die Regierung sichere Radwege an Hauptverkehrsstraßen aus dem Mobilitätsgesetz herausstreichen. Das ist, als würden sich CDU und SPD persönlich an die Straße stellen und Menschen davon abhalten, aufs Rad zu steigen. Eine Hauptverkehrsstraße ohne Radweg ist der blanke Horror. Dass gefährliche Kreuzungen nicht umgebaut werden sollen, ist schlicht Regierungsversagen. Das ist ein Schlag gegen alle Berliner:innen.“
Beispiele für besonders betroffene Straßen:
Kantstraße (Charlottenburg): Nach schweren Unfällen wurde ein Pop-Up-Radstreifen eingerichtet. Jetzt plant der Verkehrssenat den Rückbau. Die “Demo Kantstraße” läuft bereits in der 20. Runde.
Marienfelder Allee (Tempelhof): Kein sicherer Radweg zwischen Dooring-Zone und Schwerlasttransport. SPD und CDU blockierten jüngst im Verkehrsausschuss die bezirkliche Unterstützung für einen zügigen Umbau.
Ollenhauer Straße (Reinickendorf): Bäume gegen Radfahrende ausgespielt, 116 Bäume sollen fallen, Radwege zu schmal für Lastenräder
Martin-Luther-Straße (Schöneberg): Teil unserer Kidical Mass Route ohne Radinfrastruktur
Unter den Eichen (Steglitz): Ein breiter Bus-Radstreifen soll erneut zu einer Kfz-Spur umgewandelt werden, wenn es nach der Senatsverwaltung für Verkehr geht.
Das ist kein Zufall. Die aktuelle Berliner Regierungskoalition fördert die autogerechte Stadt und nimmt Einbußen und sogar Rückschritte bei der Sicherheit des Radverkehrs bewusst in Kauf.
Wege, die für Kinder sicher sind, sind für alle sicher
Die Verbindung zwischen Kidical Mass und Senior Mass ist mehr als nur symbolisch. Beide Fahrraddemonstrationen fordern dasselbe: Geschütze Radinfrastrastruktur, die Menschen unterschiedlicher Fähigkeiten und Geschwindigkeiten sicher auf dem Fahrrad mobil sein lässt.
- Tempo 30, das bei Unfällen Leben rettet, ob Kind oder Senior:in
- Sichere Kreuzungen, an denen rechtsabbiegende Lkw nicht zur tödlichen Gefahr werden
- Durchgängige Radnetze und Radwege, die nicht einfach aufhören. Eine 8-jährige auf dem Kinderfahrrad, ein 88jähriger auf dem Seniorenfahrrad, ein Elternteil auf dem Lastenrad: Sie alle brauchen Straßen, die nicht zur Gefahr und zum Hindernisparcours werden.
Wer ruft auf?
Die Senior Mass wird von Changing Cities und dem Netzwerk Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg veranstaltet und unterstützt von
- ADFC Schöneberg
- ADFC Tempelhof
- Omas for Future
- fLotte Berlin und fLotte Sozial
- VCD Nordost
- Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Berlin
- Radeln ohne Alter Berlin
- Ökumenische Umweltgruppe Lichtenrade
- Wendepunkt gGmbH
Schirmherrschaft: Dota Kehr
Was kannst du tun?
- Teile diese Seite in deiner Kita, Einrichtung, Nachbarschaft
- Sprich ältere Nachbar:innen an: Viele möchten radeln, trauen sich aber nicht
- Schreib an Politiker:innen: Was tut ihr für Fahrradfahren in jedem Alter?
Zur Senior Mass am 20.06.2026
- Komm mit deinem Fahrrad, ob e-Bike, Seniorenrad, Lastenrad, Handbike oder klassisches Stadtrad
- Dekoriere dein Fahrrad, sei bunt und sichtbar
- Bring Bekannte und Freund:innen mit. Je mehr wir sind , desto lauter sind wir!
- Teile die Aktion in den Sozialen Medien #SeniorMass #NeustartfürsRad
Nach der Fahrraddemo:
- Bleib dran! Weitere Fahrraddemos und Aktionen folgen
- Werde ADFC Mitglied und verstärke unsere Stimme
- Unterzeichne Petitionen für Tempo 30, sichere Radwege und sichere Kreuzungen
Wir freuen uns auf dich!
Am 20. Juni auf der Straße und im Engagement für ein Berlin, das Straßen und Radwege für alle hat!
*Die Studie wird zitiert auf der Senior Mass Webseite des Netzwerk Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg









