Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Landesverband Berlin e. V.

Auf der Monumentenbrücke haben sich verschiedene Verbände und Inis versammelt. Die Straße ist für die Dauer der Kundgebung für Autos gesperrt.

Demo mit Kundgebung auf der Monumentenbrücke am Sonntag, den 07. Juli 2024 © Claudia Thiele | Markus Kollar | ADFC Berlin

Monumentenstraße soll endlich Fahrradstraße werden!

Den Umbau der Monumentenstraße zur Fahrradstraße endlich umsetzen: Dieser Forderung an die Berliner Politik verleihen wir deutlich Ausdruck.

Zusammen mit dem Netzwerk Fahrradfreundliches Tempelhof-Schöneberg haben ADFC Schöneberg, ADFC Tempelhof und ADFC Friedrichshain-Kreuzberg am Sonntag, dem 07. Juli 2024 zu einer Fahrraddemo mit Kundgebung auf der Monumentenbrücke aufgerufen. Los ging's um 16 Uhr an der Langenscheidtstraße. 

Zusammen mit zahlreichen weiteren Verbänden fordern wir den zügigen Umbau der Monumentenstraße zur Fahrradstraße. Bereits im Jahr 2019 ist dieser Umbau in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg beschlossen worden!

Der Umbau der Monumentenstraße zur Fahrradstraße hat eine hohe radpolitische Bedeutung für Tempelhof-Schöneberg und die umliegenden Bezirke.

Der Straßenzug Monumentenstraße-Langenscheidtstraße ist Teil einer wichtigen Ost-West-Route, auch Wannseeroute genannt, zwischen Wilmersdorf und Kreuzberg. An ihn schließt sich die Belziger Straße an, welche ebenfalls bereits zur Fahrradstraße vorgesehen ist, und führt am Rudolph-Wilde-Park weiter über den Südwestkorso Richtung Wannsee. Die Monumentenstraße ist von Radfahrenden hochfrequentiert und Teil des Berliner Radnetzes.

 

Mit unserer Forderung nach einer zügigen Umsetzung der Fahrradstraße Monumentenstraße unterstützen wir auch die Kiezblock-Initiative Monumentenzug, die sich für eine effektive Verkehrsberuhigung in den anliegenden Wohnstraßen einsetzt. 

Die Kiezblock-Ini Monumentenzug von Changing Cities hat ihr Einzugsgebiet direkt anliegend an die Monumentenstraße. Die Initiative fordert eine effektive Verkehrsberuhigung in den Wohnstraßen zwischen Monumentenstraße, Yorckstraße und den S-Bahn-Linien S1 und S2/25.

Kiezblock heißt: Sämtliche Orte bleiben erreichbar, auch mit dem Auto, aber ein schnelles Durchfahren des Viertels ist nicht möglich. Dafür sorgen Maßnahmen wie Poller und Einbahnstraßen. Polizei, Rettungsfahrzeuge und die Müllabfuhr kommen jedoch zügig vorwärts; sie können die Poller versenken. 

 

Beide Projekte, Fahrradstraße Monumentenstraße und Monumentenkiezblock, werden aktuell verzögert: Die Berliner Senatsverwaltung für Verkehr SenMVKU verweigert deren Finanzierung.

Im FahrRat Tempelhof-Schöneberg hat Stadträtin Dr. Saskia Ellenbeck am 04.07.2024 erneut bestätigt, dass das Bezirksamt von der Berliner Senatsverwaltung für Verkehr SenMVKU keine Finanzierungszusage für die Fahrradstraße Monumentenstraße erhalten hat. 

Den Kiezblock-Inis im Bezirk Tempelhof-Schöneberg geht es nicht besser: Auch ihnen wird die Umsetzung von der Senatsverwaltung trotz Bereitschaft vom Bezirksamt durch einen Finanzierungsstopp faktisch vorenthalten! 

 

Wir protestieren ausdrücklich gegen die Verzögerung dieses bereits fertig geplanten Fahrradstraßen-Projekts Monumentenstraße und gegen die Verhinderung einer effektiven Verkehrsberuhigung für die anliegenden Wohnstraßen!

Wir setzen uns dafür ein, dass die Fahrradstraße endlich umgesetzt wird und eine fortschrittliche Gestaltung die Aufenthaltsqualität und Verkehrssicherheit in den umliegenden Wohngebieten deutlich verbessern!

Die Kiezblock-Ini Monumentenzug hat dabei nicht nur mit den aktuellen Finanzierungsstopps zu kämpfen. Derzeit geht eine Mehrheit der Parteien im Verkehrsausschuss und in der Bezirksverordnetenversammlung davon aus, dass das bloße Aufstellen von "Anlieger frei"-Schildern den Durchgangsverkehr aus der Wohnumgebung zukünftig effektiv genug heraushalten kann. Der Einbau von Pollern sei eine allzu rigide Maßnahme. Das Problem mit der Verkehrssicherheit könne, etwa durch Regeltreue aller motorisierten Verkehrsteilnehmer besser gelöst werden, meinen zahlreiche für den Bereich Verkehrspolitik zuständige Bezirksverordnete. 

 

Reichen "Anlieger frei" Schilder für eine Verkehrsberuhigung im Wohnviertel Monumentenzug und "das bisschen Durchgangsverkehr"? Die Zahlen und Erhebungen sprechen eine andere Sprache: 

  • Durchschnittlich wird allein die Bautzener Straße täglich von über 1400 Kfz befahren, obwohl sie eine Wohnstraße ist und offiziell keine Verbindungsfunktion im übergeordneten Straßennetz hat. Dies wurde vom Citizen Science-Projekt von ADFC Berlin & DLR  Berlin zählt eindrücklich ermittelt. 
  • Echtzeit-Navigations-Apps lenken den überbezirklichen Kfz-Verkehr aus dem Osten Berlins in Richtung Westen durch die engen Wohnstraßen des Monumentenkiezes.
  • Die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h wird faktisch oftmals überschritten. Das ist vor allem für Kinder gefährlich!

Zusammen mit der Kiezblockinitiative Monumentenzug fordern wir eine effektive Verkehrsberuhigung, mehr Verkehrssicherheit für Kinder und Klimaschutzmaßnahmen:

  • Mehr Sicherheit durch geschützte Kreuzungen und Tempo 30
  • Mehr Aufenthaltsqualität durch Straßenbäume, Sitz- und Ausruhmöglichkeiten, Spiel- und Sportgeräte
  • Heraushalten des überbezirklichen Durchgangsverkehrs aus den Wohnstraßen im Monumentenkiez

Wir fordern vom Berliner Senat die sofortige Finanzierung zum Umbau der Monumentenstraße als Fahrradstraße nach dem Leitfaden zur Umsetzung von Fahrradstraßen in Berlin. Dies ist ein wichtiger Beitrag im Berliner Radnetz - und zugleich ein wichtiges lokales Projekt zur Verkehrsberuhigung und mehr Aufenthaltsqualität in diesem Wohngebiet!

Wir bleiben dran.

Ansprechpartner: Markus Kollar, Sprecher der ADFC Stadtteilgruppe Schöneberg markus.kollar [at] adfc-berlin.de

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