City-West: Wahlprüfsteine 2021

 

Wie fahrradfreundlich sind die Parteien in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf? Wir stellen heute unsere Analyse und Bewertung der Antworten auf unsere 26 fahrradpolitischen Fragen vor – lassen Sie sich Orientierung für die Wahl am 26. September geben

 

ADFC-CityWest: unsere Wahlprüfsteine 2021 an die Parteien im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf

Wie fahrradfreundlich sind die Parteien in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf? Wir stellen heute unsere Analyse und Bewertung der Antworten auf unsere 26 fahrradpolitischen Fragen vor – lassen Sie sich Orientierung für die Wahl am 26. September geben!

Rechtzeitig zu den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus hat der ADFC Berlin unter dem Titel „Die Zukunft beginnt heute – Verkehrswende jetzt!“ seine radpolitischen Forderungen für die Legislaturperiode 2021-2026 veröffentlicht und die Programme der Parteien ausgewertet. Die Ergebnisse wurden Mitte Juli 2021 hier vorgestellt.

Der ADFC City-West hat daran anknüpfend den in der Bezirksverordneten-Versammlung vertretenen Parteien Mitte Juli 2021 einen Fragebogen mit insgesamt 26 Fragen zugesandt. Acht Fragen beziehen sich auf grundsätzliche radpolitische Fragen; 18 Fragen beziehen sich auf konkrete, den sicheren Radverkehr betreffende Fragen im Bezirk.

Wir bedanken uns herzlich bei den Parteien CDU, Grüne, Die Linke und SPD für die Beantwortung unserer Fragen. Die AfD und FDP haben auf die Anfrage nicht reagiert.

Wir haben die Antworten der vier Bezirksverbände analysiert und bewertet. Dabei haben wir die Übereinstimmungsgrade mit den radverkehrspolitischen Zielen des ADFC Berlin und die konkreten Vorschläge und geplanten Maßnahmen für Charlottenburg-Wilmersdorf einbezogen.

So schneiden die Parteien ab

Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Beide Bezirksverbände zeichnen sich durch ein klares Bekenntnis zur Verkehrswende, der Umsetzung des Mobilitätsgesetzes, eine menschenfreundliche Umverteilung des Verkehrsraums und eine hohe Detailierung von konkreten Maßnahmen aus.

Dagegen fällt die SPD etwas ab – wenn auch die SPD sich zum menschenfreundlichen Verkehrsraum bekennt, mangelt es der derzeit stärksten Fraktion in der derzeitigen BVV an einer kritischen Betrachtung des Stillstands der vergangenen Jahre, und sie bleibt wenig kreativ in den vorgeschlagenen Maßnahmen.

Enttäuscht – wenn auch nicht überrascht – hat die Antwort der CDU: die wiederholte Forderung der Verdrängung des Radverkehrs aus Hauptverkehrsstraßen in die Nebenstraßen, ist weder mit dem Mobilitätsgesetz noch mit der vom Senat beschlossenen Radverkehrsplanung vereinbar.

Die vollständigen, unredigierten Antworten finden Sie hier.

Was wir nach den Wahlen vorhaben

Drei der vier Bezirksverbände (Ausnahme: CDU) haben sich nachdrücklich für eine Einbindung und Mitwirkung der Fuß- und Radverkehr-Interessenvertretung in die zukünftige Verkehrspolitik des Bezirks verpflichtet.

Wir wollen sie beim Wort nehmen und, mit dem Wahlergebnis in der Hand, als ersten Schritt die Parteien bei etwaigen Koalitionsverhandlungen an ihre Verpflichtungen erinnern. Nach Konstituierung der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf werden wir die Parteien zu einer radpolitischen Fahrradtour durch Charlottenburg-Wilmersdorf einladen, um unseren dringendsten Handlungsbedarf aufzeigen.

Über uns

Als Stadtteilgruppe vertreten wir die Interessen der mehr als 1.200 Charlottenburg-Wilmersdorfer Mitglieder im ADFC Berlin. Wir setzen uns für ein menschengerechtes, klimagerechtes und fahrradfreundliches Charlottenburg -Wilmersdorf ein. Unsere Mitarbeit im bezirklichen FahrRat ist eine wichtige Schnittstelle zum Bezirksamt, wir sind im engen Austausch mit anderen Verbänden, der Politik und der Verwaltung.

Mit unseren Wahlprüfsteinen wollen wir den Wähler*innen in Charlottenburg-Wilmersdorf beim Thema Verkehrswende eine Orientierung für die Wahl zur Bezirksverordneten-Versammlung am 26. September geben. Anhand der Antworten auf unsere Fragen soll ersichtlich werden, wer es mit der Verkehrswende ernst meint und wer die notwendigen Kenntnisse hat, ein fahrrad- und menschenfreundliches Berlin möglich zu machen.

 

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https://berlin.adfc.de/artikel/city-west-wahlpruefsteine-2021

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 200.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer*in achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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