Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Landesverband Berlin e. V.

Radverkehr - das sagen die Parteien vor der Wahl 2026

Die Verkehrspolitik ist ein wichtiges Thema für die Wahl 2026. Wir haben die Parteien in Marzahn-Hellersdorf gefragt, was sie sich in Sachen Radverkehr für die kommende Legislatur vorgenommen haben.

In Marzahn-Hellersdorf mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, ist oft kein Vergnügen. Angesichts wachsender Verdichtung in unserem Bezirk ist es umso wichtiger, dem Radverkehr einen höheren Stellenwert einzuräumen, die Infrastruktur zu verbessern und Fahrrad und ÖPNV besser zu verknüpfen. Pläne gibt es viele, doch die Radbahn entlang der U5 oder die Radschnellverbindung RSV9 zum Alexanderplatz sind auf Eis gelegt. Ganze 900 Meter Fahrradweg im Vorrangnetz sind in den vergangenen fünf Jahren hier bei uns im Bezirk neu entstanden. 

Denn auch Außenbezirke wie Marzahn-Hellersdorf gehören nicht den Autofahrern allein. Seit Jahrzehnten sind hier  Hauptverkehrsstraßen wie die Märkische Allee als reine Autopisten geplant werden, auf Kosten von Anwohnenden,
Radfahrenden, zu Fuß Gehenden. Das muss ein Ende haben. 

Das sind einige unserer Forderungen:

  • Tempo 30 flächendeckend: mindestens vor Kitas und Schulen sowie Spielplätzen und weiteren sensiblen Einrichtungen
  • Sichere und durchgängige Radwege auf allen Hauptverkehrsstraßen wie der Märkischen Allee und der Landsberger Allee sowie der Allee der Kosmonauten
  • Umbau gefährlicher Kreuzungen: etwa Franz-Stenzer-Straße und Marzahner Knoten
  • Radschnellverbindung RSV 9 jetzt bauen und nicht weiter aufschieben!
  • Radbahn U5 finanzieren: 13 Millionen sind kein Argument gegen Sicherheit und Komfort beim Pendeln
  • Mehr Sicherheit auf allen Schulwegen
  • Der Bezirk muss bei der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klima und Umweltschutz einen Ausbau der Radinfrastruktur in Marzahn-Hellersdorf durchsetzen
  • Die Einhaltung von Regeln für den ruhenden Verkehr müssen stärker kontrolliert werden

Was sagen die Parteien dazu? Wir haben alle demokratischen Parteien, die in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) vertreten sind gefragt. Bündnis 90/Die Grünen, Linkspartei, SPD und Tierschutzpartei haben uns geantwortet, von der CDU kam keine Reaktion. Jetzt werden wir sie in den kommenden fünf Jahren an ihren Aussagen messen und im Blick behalten, was sie von ihren Wahlversprechen umsetzen

Das waren unsere Fragen

1. Nennen Sie bis zu fünf Abschnitte, an denen Ihre Partei den Radverkehr im ersten Jahr nach der Wahl konkret verbessern will

2. Welche Änderungen werden Sie an welchen Unfallschwerpunkten (Rad) im Bezirk vornehmen?

3. Ist Ihre Partei bereit, den vorhandenen Verkehrsraum zugunsten von zu Fuß Gehenden und Radfahrenden umzuverteilen? Wenn Ja, mit welchen konkreten Maßnahmen? 

4. Welche Straßen sollten – neben den bereits in der Planung befindlichen – bis zum Ende der kommenden Legislatur zur Fahrradstraßen ausgebaut werden?

5. Welche Pläne verfolgt Ihr Partei hinsichtlich des Ausbaus des Vorrangs- und Ergänzungsnetzes für den Radverkehr, insbesondere des Ausbaus der RSV 9 und der Schaffung der Radbahn U5?

6. Wie viele Kilometer Radwege werden bis zum Ende der kommenden Legislatur im Bezirk neu entstanden sein?

7. Welche Rolle spielt der Ausbau der Radinfrastruktur bei der Schaffung von mehr Schulwegsicherheit?

8. In wie weit macht sich Ihre Partei stark für die Instandhaltung und die Modernisierung der bestehenden Radinfrastruktur nach geltenden Standards?

9. Soll eine Koordinierungsstelle Radverkehr im Bezirk eingerichtet werden?

10. Mit welchen Maßnahmen trägt der Bezirk zukünftig zu einer besseren Verknüpfung von ÖPNV, Rad- und Fußverkehr bei, um Straßen und deren Anwohner:innen zu entlasten? 

11 Wo sehen Sie Verbesserungsbedarf in Sachen Radinfrastruktur entlang der Hauptverkehrsstraßen? Wie kann das in der  Zusammenarbeit mit der Sen MVKU gelöst werden?

Um die Antworten zu sehen, bitte auf die Fragen klicken

alle Themen anzeigen

Verwandte Themen

 An der Märkischen Allee Ecke Franz-Stenzer-Straße befindet sich eine Gefahrenstelle, auf die das Bild aufmerksam macht. Der Radverkehr wird auf eine dreispurige Kfz-Fahrbahn geleitet und es gilt Tempo 60.

4. Horrorstraßen Fahrraddemo 21.08.2026

Schluss mit Horrorstraßen! Am Freitag, den 21. August 2026 fahren wir nach Marzahn-Hellersdorf, Start ist um 18 Uhr…

Politik auf dem Straßenschild

Bei einer Radtour durch Marzahn-Hellersdorf wurde die DDR-Geschichte anhand von Straßenschildern erlebbar gemacht

Fahrrad-Winter 2026 in Marzahn-Hellersdorf

Eine gefährliche Rutschpartie erlebte, wer im Winter 2026 mit dem Fahrrad in Marzahn-Hellersdorf unterwegs war. Geräumte…

Stadtradeln in Marzahn-Hellersdorf: Jeder Kilometer zählt

Vom 20. Mai bis 9. Juni zählt in Berlin jeder Kilometer – wenn er mit dem Rad zurückgelegt wird. Ziel ist es, für…

Sicher zur Schule in Marzahn-Hellersdorf

Kinder sollen sicher zur Schule kommen können. Daher ist im Berliner Mobilitätsgesetz festgelegt, dass jeder Bezirk pro…

Die Alberichstraße in Biesdorf-Süd war im Mai 2000 die erste Fahrradstraße Berlins. Mittlerweile ist sie in die Jahre gekommen

Weitere Fahrradstraßen für den Bezirk Marzahn-Hellersdorf

Die Alberichstraße in Biesdorf-Süd war im Mai 2000 die erste Fahrradstraße Berlins. Jetzt sollen nach einem…

Zwei Geisterräder in Marzahn-Hellersdorf im Herbst 2023

Bereits zum zweiten Mal innerhalb von nur vier Wochen musste in Marzahn-Hellersdorf ein Geisterrad aufgestellt werden

KulTour in Marzahn-Hellersdorf

Bei der Kieztour für Neuberliner:innen und Entdecker:innen erlebten die Teilnehmenden einen kleinen Ausschnitt der…

Ein Anfang ist gemacht

Die Pfützen auf dem Wuhlewanderweg in Biesdorf sind seit Langem ein Ärgernis. Jetzt griffen Aktive zu Schaufel und Walze…

https://berlin.adfc.de/artikel/radverkehr-das-sagen-die-parteien-vor-der-wahl-2026

Bleiben Sie in Kontakt