
Horrorstraße: Märkische Allee / Franz-Stenzer-Straße © Caroline Engehausen
4. Horrorstraßen Fahrraddemo 21.08.2026
Schluss mit Horrorstraßen! Am Freitag, den 21. August 2026 fahren wir nach Marzahn-Hellersdorf, Start ist um 18 Uhr Landsberger Allee/Otto-Ostrowski-Straße - ehemaliger Schlachthof. Achtung: Um 17 Uhr startet am Pariser Platz ein Demo-Zubringer.
4. Fahrraddemo Horrorstraßen für sichere Hauptverkehrsstraßen in Marzahn-Hellersdorf: Warum Marzahn-Hellersdorf, warum jetzt?
Weil auch die “Außenbezirke” dringend bessere Bedingungen für den Radverkehr benötigen. Weil Marzahn-Hellersdorf nicht nur jenen gehört, die dort mit dem Auto unterwegs sind. Weil Hauptverkehrsstraßen wie die Märkische Allee (B158) und die Landsberger Allee seit Jahrzehnten nur als Autopisten geplant werden, auf Kosten von Anwohnenden, Radfahrenden, zu Fuß gehenden.
Und weil angesichts der Hitzewellen im Sommer 2026 klar ist: Wir brauchen Bäume, Schatten, sichere Radwege - und keine weiteren Schnellstraßen durch Erholungsgebiete und städtische Wälder!
Weil die Verkehrs- und Mobilitätspolitik der Großen Berliner Regierungskoalition aus CDU und SPD auch in Marzahn-Hellersdorf dysfunktional ist und weitgehend neben der Spur fährt:
- Nur 900 Meter Radweg im Vorrangnetz seit 2021 umgesetzt: viel zu wenig (Quelle: AGH Anfrage Juni 2025)
- Radschnellverbindung (RSV 9) gestoppt: trotz Planungen an der Allee der Kosmonauten (Verbändedemo gegen den Radwegestopp 2.0 am 08.09.2026)
- Radbahn U5 eingestellt: 13 Millionen Euro fehlen (Quelle: AGH Anfrage Juni 2025)
- Keine neuen Fahrradampeln in Marzahn-Hellersdorf geplant: an vielen Stellen sind Radwegeführung und Verkehrszeichenlage unübersichtlich
- Tangentiale Verbindung Ost (TVO) soll mitten durch die Wuhlheide gebaut werden: für eine reine Autostraße drohen 3000 Bäume gefällt zu werden (Die Deutsche Umwelthilfe DUH spricht von 15 bis 16 Hektar bedrohtem Waldgebiet, die TVO ist Teil der Petition Stadtgrün)
Wir sagen: Das ist kein Naturgesetz! Straßen können sicher, leise und lebenswert sein, wenn der politische Wille da ist.
Route und Zeiten
Zubringer 17:00 bis 18:00 Uhr
- Start: 17:00 Uhr am Pariser Platz, Brandenburger Tor, vor dem Hotel Adlon
- Route: Unter den Linden - Schlossplatz - Karl-Liebknecht-Straße - Mollstraße - Platz der Vereinten Nationen - Landsberger Allee
- Anschluss: Otto-Ostrowski-Straße am ehemaligen Schlachthof, nahe S-Bahnhof Landsberger Allee
Hauptdemo Horrorstraßen: 18:00 Uhr bis ca. 21:00 Uhr
- Start: 18:00 Uhr Otto-Ostrowski-Straße/Landsberger Allee (ehemaliger Schlachthof)
- Route: Landsberger Allee - Marzahner Brücke - Marzahner Promenade (Wende) - Märkische Allee (B158) - Wuhletalbrücke - Wuhletalstraße - Blumberger Damm - Landsberger Allee - Allee der Kosmonauten - Märkische Allee - Alt Biesdorf - Grabensprung (Wende) - Alt Friedrichsfelde (B1/B5) - Frankfurter Allee - Lichtenberger Brücke - Pettenkoferstraße/Rigaer Straße (S-Frankfurter Allee)
Wir sind die Route für die 4. Horrorstraßendemo vorher schonmal abgefahren, schaut gern rein:
Zwischenkundgebungen
1. Zwischenkundgebung: Brücke über der Wuhletalstraße
Einsatz für einen gleichberechtigten Radverkehr: Im September 2025 wurde die Wuhletalbrücke in Marzahn für den Verkehr freigegeben. Wegen Schäden hatte die Wuhltalbrücke im Jahr 2019 für den Verkehr gesperrt und Anfang 2022 bis auf die Fundamente abgerissen werden müssen. Die Bauarbeiten für den Ersatzneubau haben im Januar 2024 begonnen, mit dem Umbau sollten eigentlich auch der Rad- und der Fußverkehr berücksichtigt werden. Doch dann gab es als Senatsverwaltungsprojekt nur einen gemeinsamen Geh- und Radweg Richtung Osten. Rad und Fuß sollen sich einen einzigen Weg teilen, obwohl dies immer wieder zu Konflikten führt. Und, mal abgesehen davon: Wo sind die Geh- und Radwege Richtung Westen geblieben und wieso wurde der Autoverkehr auf der Wuhltalbrücke erneut soviel höher gewichtet als die Bedarfe von zu Fuß gehenden und Radfahrenden?
2. Zwischenkundgebung: Märkische Allee (B158) am Knotenpunkt zu Alt Biesdorf (B1/B5) linke Fahrspur, Abfahrt Richtung Osten Alt Biesdorf
Einsatz für Baum- und Hitzschutz und eine klimafreundliche Mobilität im Umweltverbund: Genau an dieser Stelle, in Friedrichsfelde, soll nach den bestehenden Plänen der Berliner Senatsverwaltung SenVMKU zukünftig der nördliche Anschlusspunkt für die “Tangentiale Verbindung Ost" (TVO) sein. Die TVO würde als mehrspurige Autostraße und 45 Meter breite Trasse mitten durch das Berliner Waldgebiet Wuhlheide nach Treptow-Köpenick führen, der südliche Anschlusspunkt ist Spindlersfeld. Die Bürger*inneninitiative Wuhlheide und der BUND Berlin setzen sich für den Erhalt des Waldgebiets ein und machen alternative Vorschläge für die verkehrliche Anbindung.
Auswahl an Horrorstellen auf unserer Route
Marzahner Knoten Landsberger Allee / Märkische Allee
Drei Brücken, keine sicheren Radwege; Autoverkehr mit Tempo 50 auf drei Spuren; ein Umbau, der seit 2023 läuft und erst Ende 2029 fertiggestellt sein soll - die ADFC Stadtteilgruppe Wuhletal kämpft seit dem Jahr 2009 für eine sichere Gestaltung!
Märkische Allee / Franz-Strenzer-Straße (Titelbild)
Ein Radweg, der direkt in den fließenden Autoverkehr auf 3 Spuren führt; Tempo 60 Anordnung auf dreispuriger Fahrbahn; nur die mutigsten Radfahrenden können hier langfahren, und auch für sie ist es gefährlich; wir fordern Tempo 30, geschützte Radwege, sichere Kreuzungen.
Allee der Kosmonauten und Wilhelm-von-Siemens-Gymnasium
Schulwegsicherheit bedroht! Kinder müssen über gefährliche Kreuzungen; RSV “Ostroute” ist längst geplant, doch jetzt vom Senat gestoppt (angegebener Grund: Geldmangel); Radbahn U5 entlang der U5-Bahntrasse und der Allee der Kosmonauten eingestellt: 13 Millionen Euro fehlen (AGH Anfrage Juni 2025); Senatsantwort zur Frage nach einem geschützten Radweg: die Allee der Kosmonauten wird als “Umleitungsstrecke für den Schwerlastverkehr benötigt”, da seien keine sicheren Radwege möglich (AGH Anfrage Juni 2025);
TVO-Startpunkt Märkische Allee / Alt-Friedrichsfelde / Alt-Biesdorf
Tangentiale Verbindung Ost (TVO) soll durch die Wuhlheide gebaut werden; 3000 Bäume müssten gefällt werden; 15 bis 16 Hektar Wald würden gerodet; reine Autostraße, klimaschädlich, teuer: die Kosten explodieren Richtung 630 Millionen Euro, laut “Entwicklungsstadt” (BerliMedia GmbH) sind die Kosten für die TVO noch höher; Zwischenkundgebung mit BI Wuhlheide und Bund für Umwelt und Naturschutz BUND Berlin.
Die Geldfrage: Prioritäten der GroKo
Wer auf die “Argumente” der Senatsverwaltung schaut, der Radverkehr und gute Radwege würden zu viel Geld kosten, findet vergleichsweise zum Autoverkehr und zur TVO folgende Verhältnisse vor:
| Projekt | Kosten | Status | Begründung |
|---|---|---|---|
| Radbahn U5 | 13 Millionen Euro | gestoppt | “Haushaltslage” |
| RSV 9 “Ostroute” | unbestimmt | gestoppt | “Geldmangel” |
| TVO (Autostraße) | 663 Millionen Euro (geschätzt) | weiterhin geplant | “Verkehrswende” (?) |
Es geht nicht um ein Geldproblem. Es geht um Prioritäten, um Werte.
- Für die TVO würden 3000 Bäume gefällt und 15 bis 16 Hektar Wald gerodet, es geht um eine reine Autostraße
- Für die Radbahn U5 fehlen 13 Millionen Euro, dabei würde sie Pendler:innen, Schüler:innen, Anwohnenden einen sicheren Radweg bieten
- Die Radschnellverbindungen wurden gestoppt, ebenfalls aufgrund angeblicher Nicht-Finanzierbarkeit.
Fahrrad- und klimafeindliche Verkehrspolitik in Marzahn-Hellersdorf: nach bekanntem Muster
Derzeit werden in ganz Berlin Bäume, Hitzeschutz und weitere Schutzbedarfe wie Brandschutz gegen Radwege und Mobilität ausgespielt. Zudem werden Anliegen der Verkehrssicherheit für Radfahrer:innen und Fußgänger:innen entgegen den Vorgaben des Mobilitätsgesetzes weitgehend ignoriert.
- Auf der Ollenhauerstraße in Reinickendorf sollen 116 Bäume für einen Hochbordradweg gefällt werden
- Auf der Torstraße in Mitte sind weitere Bäume für einen autogerechten Umbau in Gefahr
- Unter den Eichen in Steglitz-Zehlendorf soll eine Rad-Busspur abgeordnet werden
- Auf der Kantstraße soll ein Radweg für den “Brandschutz” weichen
- Auf der Marienfelder Allee in Tempelhof wurde trotz Kitas und Schulen Tempo 30 gestrichen
Hinzu kamen seit dem Jahr 2023 zwei große Radwegestopps, die zunächst vor allem Radwege an Hauptverkehrsstraßen betrafen und sodann den Stopp der Planungen für die Radschnellwegeverbindungen im Jahr 2024 nach sich zogen.
Schließlich ist dann im Juli 2026 via Mehrheitsbeschluss um Berliner Abgeordnetenhaus noch das Mobilitätsgesetz aufgeweicht worden. Die GroKo aus CDU und SPD hat das Gesetz gegen den Willen der Zivilgesellschaft entkernt: Der Volksentscheid Fahrrad hatte im Jahr 2018 für einen Antrag auf ein Volksbegehren in sechs Monaten statt der geforderten 20.000 Unterschriften mehr als 100.000 gesammelt. Daraufhin war das Berliner Mobilitätsgesetz ins Leben gerufen worden, unter Mitwirkung der Berliner SPD.
Unsere Forderungen für Marzahn-Hellersdorf
- Tempo 30 flächendeckend: mindestens vor Kitas, Schulen, Spielplätzen, sensiblen Einrichtungen
- Sichere, durchgängige Radwege auf allen Hauptverkehrsstraßen: Märkische Allee, Landsberger Allee, Allee der Kosmonauten
- Umbau gefährlicher Kreuzungen: etwa Franz-Stenzer-Straße, Marzahner Knoten
- Radschnellverbindung RSV 9 “Ostroute”: jetzt bauen, nicht weiter aufschieben!
- TVO stoppen: kein Wald für Autostraßen!
- Radbahn U5 finanzieren: 13 Millionen Euro sind kein Argument gegen Sicherheit und Komfort beim Pendeln
Unsere Forderungen für Berlin
- Mobilitätsgesetz verteidigen: §43 wiederherstellen, sichere Radwege an Hauptverkehrsstraßen verpflichtend halten
- Vision Zero ernst nehmen: keine Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr
- Hitze- und Klimaschutzplan: Bäume erhalten, nicht fällen
- Gerechte, faire Aufteilung des Straßenraums: weg von der autogerechten, hin zur menschengerechten Stadt
Organisiert von
ADFC-Stadtteilgruppen: Marzahn-Hellersdorf, Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Treptow-Köpenick, Schöneberg, Tempelhof, Steglitz-Zehlendorf, City-West, Lichtenberg
zusammen mit:
- Respect Cyclists
- BUND Berlin
- Netzwerk Fahrradfreundliches Lichtenberg
- BI A100
- BI Wuhlheide
- Carless Horst
- VCD Nordost
Frühere Horrorstraßen-Fahrraddemos:
1. Horrorstraßendemo 14.05.2026 ab Lützoplatz (Schöneberg, Charlottenburg)
2. Horrorstraßendemo 17.10.2025 ab Fehrbelliner Platz (Wilmersdorf, Mariendorf, Steglitz
3. Horrorstraßendemo 20.03.2026 an Koppenplatz (Mitte, Treptow, Kreuzberg)
Teilnahme
Kommt vorbei! Von Anfang an, ab 17 Uhr mit dem Zubringer ab Pariser Platz (Brandenburger Tor) oder ab 18 Uhr direkt ab Landsberger Allee Ecke Otto-Ostrowski-Straße, Treffpunkt ist an der ehemaligen Schlachterei. Ihr könnt auch zu einer der Zwischenkundgebungen, kommen, wir machen die Critical Maps App an, dann könnt ihr sehen, wo wir gerade sind. Die Zwischenkundgebungen dauern etwa 15 Minuten. Die Fahrrademo wird von der Berliner Polizei begleitet.
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Weil Kinder sicher zur Schule kommen müssen, weil Bäume nicht für Autostraßen und noch mehr Kfz-Spuren weichen dürfen, weil Gesetze gelten, auch für den Senat und weil Berlin ein Signal für ganz Deutschland ist. Und: weil die Außenbezirke nicht dem Autoverkehr gehören!
Kontakt:
Benjamin Lorenz benjmain.lorenz [at] adfc-berlin.de
Caroline Engehausen caroline.engehausen@adfc-berlin.de
Claudia Thiele claudia.thiele [at] adfc-berlin.de
Henrik Dieks henrik.dieks [at] web.de
Martin Rechtziegler martin.rechtziegler [at] mailbox.org





















