Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Landesverband Berlin e. V.

Im rechten Bereich ist ein vereister Gehweg und nicht erkennbar Radweg zu sehen, links davon ist Schnee- und Eis-freier Asphalt auf der Fahrbahn

Nach Wochen sind Berliner Radwege immer noch unbenutzbar, Jan 2026 © Einsendung an ADFC Berlin

Bilanz ADFC-Winterdienst-Check 2026: Fehlender Winterdienst bremst Berlin aus

Bilanz des ADFC-Winterdienst-Check 2026 zeigt: Radwege und Fahrradstraßen bleiben über Wochen vereist, der Senat tut nichts. Dutzende Einsendungen zeigen: die Menschen brauchen sichere und geräumte Radwege.

Selbst bei Schnee und Eis legen die Berliner:innen ihre Wege mit dem Fahrrad zurück, das zeigen die Berliner Radverkehrszählstellen und das zeigt der ADFC-Winterdienst-Check während der Kälteperiode im Januar 2026.

Radverkehr ist Verkehr - auch im Winter! Das passt offenbar nicht ins Weltbild des Berliner Senats: Im gesamten Stadtgebiet waren Radwege in der Kälteperiode im Januar 2026 unbenutzbar, von Winterdienst auf Radwegen ist nichts zu sehen. Das gefährdet Menschen und schließt alle aus, die auf das Fahrrad angewiesen sind. 

Diese Zustände sind unhaltbar! Berlin braucht ein wirkungsvolles Winterdienst-Konzept für Radwege und dessen Umsetzung auf der Straße, um Radfahren auch im Winter sicher und zuverlässig zu ermöglichen. 

Bilanz des ADFC-Winterdienst-Check

Flächendeckendes Versagen des Winterdienstes auf Radwegen

  • Mehr als 150 Einsendungen innerhalb kürzester Zeit verdeutlichen die Not der Berliner:innen durch ungeräumte Radwege. Menschen fühlen sich allein gelassen, vergessen und schildern gefährliche Situationen und Verzweiflung über unmöglich gemachtes Fahrradfahren.
  • Fahrradfahren war im Januar 2026 über Wochen ausschließlich auf der Fahrbahn im Mischverkehr mit Autos und Lkw möglich. Das bedeutet den Ausschluss vieler Berliner:innen von Mobilität, insbesondere von Kindern, Senior:innen und weniger geübten oder ängstlichen Radfahrenden.
  • Keine befahrbaren Hauptachsen in ganz Berlin, besonders häufig wurde zB. die Unbefahrbarkeit der wichtigen Ost-West-Verbindung Frankfurter Allee - Karl-Marx-Allee - Unter den Linden - Straße des 17. Juni angezeigt. 

Mangelhafte Räumsituation im Detail

  • Der Großteil der Einsendungen liegt auf Strecken des Radvorrang- und Ergänzungsnetzes. Trotz hoher Netzbedeutung waren diese Verbindungen über die gesamte Dauer der Kälteperiode nur punktuell befahrbar.
  • Kein einziger befahrbarer Hochbordradweg in ganz Berlin: Mehr als 100 Einsendungen von Hochbordradwege, die auch zwei Wochen nach dem Schneefall weiterhin größtenteils unbenutzbar waren.
  • Schlechte Räum-Bilanz auf Fahrradstraßen: Nur eine von sechs eingesandten Fahrradstraßen war befahrbar.
  • Schlechte Bilanz auch auf Radfahrstreifen und Protected Bike Lanes, mit wenigen Positiv-Ausnahmen
  • Dutzende Gefahrenstellen im Umfeld von Haltestellen und Kreuzungen

Für mehr Details lassen sich die Einsendungen in der interaktiven Karte mit den Filter in der linken Bedienleiste nach Datum, Netzzugehörigkeit und Art der Infrastruktur filtern. 

Wir bedanken uns bei allen, die sich am ADFC-Winterdienst-Check beteiligt haben!

Unser Ziel bleibt sicheres Radfahren rund ums Jahr. Dafür werden wir weiterhin die Anforderungen an den Winterdienst für Radverkehr platzieren und politisch einfordern. Danke an alle, die mitgemacht und den Bedarf sichtbar gemacht haben!

Der politische Auftrag ist dabei längst festgeschrieben: Das Mobilitätsgesetz schreibt bereits seit dem Jahr 2022 ein Konzept für Winterdienst auf Berliner Radwegen vor. Im Januar 2025 wurde mit drei Jahren Verspätung ein Konzept vorgestellt, bisher jedoch weder im Straßenreinigungsgesetz noch im Räum- und Streuplan umgesetzt. Verkehrssenatorin Ute Bonde muss die Umsetzung mit Hochdruck verfolgen, damit im Winter 2026/27 sicheres Radfahren möglich wird.

Der ADFC Berlin sieht dringenden Bedarf in den folgenden Punkten:

  1. Definierte Winterrouten entlang des Radverkehrsnetz müssen zuverlässig, transparent und über verschiedene Wegearten hinweg durchgängig geräumt werden.
  2. Der Senat muss die zeitnahe Schneebeseitigung auf Radwegen auf dem Hochbord beauftragen, um das Vereisen der Wege und damit wochenlange Unbenutzbarkeit zu verhindern.
  3. Transparente Information zu Räumdienst auf Radwegen und die Anerkennung des Radverkehrs als wichtige Verkehrsart auch im Winter
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