
Gleich geht es los auf Mitgliederversammlung des ADFC Berlin 2026 © Daniel Pepper
Mitgliederversammlung 2026
Am 25. April 2026 fand die Mitgliederversammlung des ADFC Berlin statt. Mit über hundert anwesenden Mitgliedern wurde ein politischer Leitantrag des Landesvorstandes beschlossen und Johanna Zimmermann als weitere Vorständin geschlossen gewählt.
„Kinder sind die Radfahrenden von morgen“
Prof. Christian Rudolph, Leiter der BMVI-Stiftungsprofessur Radverkehr in intermodalen Verkehrsnetzen, legte in seiner Keynote den Fokus auf die Perspektiven und Bedürfnisse junger Radfahrender. Aktuelle Ergebnisse des SINUS-Fahrradmonitors 2025 zeigen: Kinder fahren gerne Fahrrad. Sie sind dabei allerdings eher in der Freizeit und aus Spaß mit dem Fahrrad unterwegs, weniger auf alltäglichen Wegen zur Kita und zur Schule. Die Hürden dafür sind Angst vor großen Fahrzeugen im Straßenverkehr. Es fehlen Radwege, seien sie zu schmal oder in schlechtem Zustand. Auch unter den befragten Erwachsenen haben 41% Angst beim Radfahren. Prof. Rudolphs Forschungsgruppe „Radverkehr in intermodalen Verkehrsnetzen“ hat für Sekundarschulen einen Leitfaden entwickelt, mit dem Schulen Projektwochen durchführen können. So kann Mobilitätsbildung auch nach der vierten Klasse im Schulunterricht thematisiert werden.
„Die Kinder sind bereit, die Infrastruktur ist es nicht“, so das Fazit von Prof. Rudolph. Als Forderungen an die Politik formulierte er baulich getrennte, sichere Radwege sowie sichere Kreuzungen und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.
Bericht des Vorstands und Dank
Im Anschluss an die Keynote eröffnete Hannelore Lingen die Versammlung und begrüßte die Anwesenden. Die Vorstandsmitglieder und die Vorsitzenden des Bezirksrats berichteten von den vielfältigen Aktivitäten im vergangenen Jahr. Neben Radtouren im Freizeitbereich wurden auf Landesebene und bezirksübergreifend zahlreiche Demos organisiert. An der Sternfahrt 2025 haben mehr als 25.000 Menschen teilgenommen und es sind weitere Zubringer hinzu gekommen. Anfang 2025 ist außerdem der Junge ADFC gestartet. Er richtet sich an 16- bis 26-Jährige und freut sich über weitere Mitstreiter:innen. Der Bezirksrat hat auf seiner letzten Sitzung neue Vorsitzende gewählt: Caroline Engehausen und Harald Berninghaus.
Hannelore Lingen und Eberhard Brodhage dankten den vielen Aktiven des ADFC, ohne deren Engagement die vielen Angebote und Aktivitäten nicht möglich wären.
Auch in politisch und wirtschaftlich schwierigen Zeiten verzeichnet der Landesverband in der Mitgliederentwicklung eine stabile Mitgliederzahl von über 21.000, von den Neumitgliedern bleiben ca. 90% dabei. Finanziell ist das vorläufige Jahresergebnis positiv. Die Erträge entwickelten sich fast wie geplant, die Aufwände waren aber geringer. Die Rechnungsprüferinnen stellten ihren Bericht in einem Video vor und empfahlen die Entlastung des Vorstands. Nach einer Aussprache sprach sich die Mitgliederversammlung ohne Gegenstimmen für die Entlastung aus.
Nach dem Haushaltsplan sollen im Wahljahr 2026 die Aufwände für das politische Engagement auf hohem Niveau fortgesetzt werden. Es wird aktuell insgesamt mit einem negativen Ergebnis für 2026 gerechnet. Gründe dafür sind ausgebliebene Förderungen für öffentliche Fahrrad-Checks und gestiegene Kosten. Die Mitgliederversammlung beschloss den Haushaltsplan 2026.
Klare Haltung im Gegenwind
In einem politischen Leitantrag wurden ausgewählte Punkte aus dem Forderungskatalog #NeustartFürsRad aufgegriffen, mit dem der ADFC Berlin im Wahljahr 2026 klare verkehrpolitische Forderungen formuliert hat. Im Leitantrag wird die Umsetzung des Mobilitätsgesetzes gefordert und die Anerkennung des Fahrrads als gleichberechtigtes Verkehrsmittel. Die Mitgliederversammlung stellte sich hinter die Forderungen für einen NeustartFürsRad und stimmte dem politischen Leitantrag zu.
Zur Positionierung des ADFC Berlin zu diskriminierendem Verhalten erinnerte Eberhard Brodhage an den Beschluss der Mitgliederversammlung 2017: Der ADFC Berlin ist ein toleranter und weltoffener Verein und spricht sich gegen die Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe, Ethnie, Religion, Behinderungen, Alter, Geschlecht oder sexueller Identität aus. Alle Mitglieder, insbesondere Aktive und Mitarbeiter/innen, sind aufgerufen, diskriminierenden Äußerungen und Handlungen entschlossen entgegen zu treten.
Der Junge ADFC in den Vorstand
Nachdem die achte Stelle eines weiblichen oder diversen Vorstandsmitglieds 2025 nicht besetzt werden konnte, wurde in diesem Jahr Johanna Zimmermann nachgewählt. Wir gratulieren Johanna Zimmermann zu ihrer Wahl für das bisher vakante Vorstandsamt. Im kommenden Jahr stehen bei der Mitgliederversammlung 2027 die regulären zweijährigen Wahlen des Vorstands an.
Auch mehrere Fachreferent:innen-Posten konnten besetzt werden: Für die neue Position des Fachreferenten für Demonstrationen und Aktionen wählte die Mitgliederversammlung Benjamin Bös. Fachreferent für den Fahrradparcours und Familientouren wird Michael Dittmann und für die Position der Fachreferentin für Bezirkspolitik wurde Susanne Jäger gewählt.
Als Delegierte zur Bundeshauptversammlung des ADFC wurden Johanna Zimmermann, SuSanne Grittner, Mike Tepper, Susanne Jäger, Roland Jannermann und Mechtild Lutze im ersten Wahlgang gewählt, Nachrücker ist Harald Berninghaus.
Nach einem Ausblick auf die 50. Sternfahrt, die anstehende Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses, spannende Radtouren und Reparatur- und Fahrsicherheitsangebote beendete Eberhard Brodhage die Mitgliederversammlung 2026.
Ergänzende Anmerkung
Auf die Mitgliederversammlung 2026 wurde ab Mai 2025 auf der Website hingewiesen, mehr als zwei Wochen vor der Versammlung wurden alle Mitglieder per E-Mail bzw. Postkarte eingeladen. Die Informationen zur Mitgliederversammlung wurden auf einer eigenen Webseite für die Mitgliederversammlung 2026 fortlaufend aktualisiert.104 Mitglieder waren anwesend, womit das Quorum von 40 stimmberechtigten Mitgliedern erreicht wurde und die Mitgliederversammlung beschlussfähig war.







