
Diese Handtuch-schmale Huckelpiste galt 2022 als nicht mehr sicher nutzbar, nun sollen Radfahrende wieder hier fahren. © Benjamin Lorenz
Radwege-Rückbau an der B1 Unter den Eichen #NichtMitUns
Der Schwarz-Rote Senat plant den ersten Radwege-Rückbau, parallel zu den Angriffen auf das Mobilitätsgesetz. Entgegen geltenden Rechts sollen Zu-Fuß-Gehende und Radfahrende zusammengedrängt werden. Der Kfz-Verkehr steht über der Verkehrssicherheit.
Kurz vor den Wahlen möchte die Regierungskoalition aus CDU und SPD die Sicherheit von Radfahrenden aus dem Berliner Mobilitätsgesetz streichen. Diese rechtlichen Änderungen werden durch direkte Maßnahmen auf der Straße begleitet: Der 2022 eingerichtete Radfahrstreifen mit Bus-Nutzung an der B1 Unter den Eichen soll nach den Plänen der Regierung noch vor der Wahl zu einer Kfz-Fahrspur zurückgebaut werden. Die Bundesstraße 1 Unter den Eichen am Botanischen Garten droht zum Symbol einer verfehlten Berliner Verkehrspolitik zu werden.
Die angekündigten Änderungen sind unhaltbar!
Unterschreibt die Petition für den Radweg “Unter den Eichen”.
Bis 2022 | Seit 2022 | Geplant (Abordnung) |
Hochbordradweg auf Gehweg, 1 Meter breit, durch Baumwurzeln zerstört, nicht befahrbar | Rad- und Busstreifen auf der Fahrbahn: sicherer, breiter, standardgerechter | Wieder 2 Kfz-Streifen, Radverkehr zurück auf den nicht sicher befahrbaren Gehweg |
Falschaussagen von Verkehrssenatorin Ute Bonde
Die Begründung und Argumentation rund um den angekündigten Rückbau zeigen ein erschreckendes Ausmaß an Unwissen und Ignoranz:
- Stau: Die vorgeschobene Begründung für den Rückbau ist Stau auf Unter den Eichen in Richtung Westen. Auf der anderen Straßenseite gibt es bereits zwei Kfz-Streifen - dort ist mindestens genauso viel Stau. Die Behauptung, die Abordnung würde weniger Stau produzieren, ist nicht haltbar. Echte Stau-Reduktion kann durch eine Neuordnung direkt im Bereich der Ausfahrt der A103 erreicht werden, in dem von dort ein einzelner Fahrstreifen als Zuweg in Richtung Unter den Eichen eingerichtet wird.
- Breite: Senatorin Bonde behauptet, dass die Breite von Geh- und veraltetem Radweg ausreichend für einen gemeinsamen Geh- und Radweg sei, das ist falsch. Der ehemalige Hochbord-Radweg ist aufgrund extremer Wurzelschäden nicht befahrbar und damit nicht Teil der nutzbaren Breite. Damit liegt die Breite unter den erforderlichen 2,5 Metern und ist nicht als gemeinser Weg zugelassen. Auch die Anzahl der täglichen Radfahrenden und Zu-Fuß-Gehenden an der Straße ist für eine gemeinsame Nutzung zu hoch.
- Verkehrsstärken: Im Verkehrsausschuss am 6. Mai 2026 bezog sich Ute Bonde auf die gezählten Verkehrsstärken von 2023. Sie verglich dabei ohne Einordnung verzerrte Werte der Kfz- und Radverkehrstärken, da Radverkehr auf einen Bezugszeitraum von 12 Stunden bemessen wird, Kfz-Verkehr auf 24 Stunden. Diese Werte lassen sich daher nicht direkt in ein Verhältnis zueinander stellen.
- ÖPNV: Im gleichen Atemzug behauptete Ute Bonde, dass der Busverkehr durch den Rückbau beschleunigt würde, ob der Linienbusverkehr aktuell auf dem freigegebenen Radfahrstreifen am Stau vorbeifahren kann. Auch der Fahrgastverband IGEB sieht in den angekündigten Änderungen eine Verschlechterung für den Busverkehr. Zur Verbesserung müssten oben genannte Maßnahme zur Stau-Reduktion ergriffen werden und der Rad- und Busfahrstreifen bis zur Kreuzung Schloßstraße/Wolfensteindamm weitergeführt werden.
Breiter Gegenprotest
Ein breites Bündnis kämpft für den Erhalt des Radfahrstreifens und der Gehwegs. Am Dienstag, 19. Mai um 17:00 Uhr demonstrieren wir erneut vor Ort für den Erhalt des Radfahrstreifens!
Bereits am 2. Mai demonstrierten gemeinsam:
- ADFC Schöneberg und Steglitz-Zehlendorf
- Landesverband ADFC Berlin und weitere ADFC-Stadtteilgruppen
- Urban Aykal, Bezirksstadtrat - er unterstützt die Forderung nach dem Erhalt des Rad- und Busstreifens Unter den Eichen.
- Die Deutsche Umwelthilfe - sie hat rechtliche Schritte gegen die Abordnung angekündigt.
- Netzwerk Fahrradfreundliches Steglitz Zehlendorf
- Respect Cyclists
- Changing Cities
- VCD Nordost
- BUND Berlin
- Kiezblock- und Elterninitiativen aus Steglitz-Zehlendorf
- Aktive aus allen Himmelsrichtungen
Unterschreibt die Petition für den Radweg “Unter den Eichen”!
Unsere Forderungen:
- Erhalt des Rad- und Busstreifens an der B1 Unter den Eichen: Der bestehende Hochbordradweg ist nicht befahrbar. Es braucht sichere Infrastruktur auf der Fahrbahn.
- Senatorin Bonde soll die Pläne zurückziehen: Eine Senatorin, die Radverkehr abbaut, statt ihn zu schützen, handelt gegen die Interessen Berlins.
- Das Mobilitätsgesetz muss bleiben: Die Sicherheit von Menschen auf dem Fahrrad ist gesetz(t)!
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