Demo Schild für die Kidical Mass auf dem steht Sichere Radwege für Gross und Klein

"Sichere Radwege für Gross und Klein" © ADFC / Dirk Deckbar

Fahrraddemo: Kantstraße endlich sicher machen

Mit einer gemeinsamen Fahrraddemo demonstrieren Respect Cyclists, ADFC Berlin und Changing Cities für zeitnahe Gerichtsprozesse, für Urteile, die das Strafmaß ausschöpfen und für eine sichere Kantstraße.

 Zwei getötete Radfahrer sind zwei zu viel: die Kantstraße endlich sicher machen

Vor fast genau vier Jahren, am 7. Februar 2020, stand Bernd Wissmann mit seinem Fahrrad am Savignyplatz auf der Bus- und Radspur an einer roten Ampel. Ein Pkw-Fahrer kam mit überhöhter Geschwindigkeit auf der Kantstraße herangerast. Statt hinter dem an der Ampel wartenden Lkw abzubremsen, scherte der Fahrer rechts auf die Busspur aus. Dabei rammte er Bernd Wissmann. Durch den Aufprall wurde dieser 37 Meter weit weggeschleudert und starb an seinen schweren Verletzungen. Bernd Wissmann war Architekt, wurde 64 Jahre alt und hinterlässt Frau und zwei Kinder.

Viermal war der Prozess angesetzt worden, viermal war er geplatzt – zweimal wegen Krankheit des Täters. Nun wurde dieser per Strafbefehl verurteilt: ein Jahr auf Bewährung, seinen Führerschein bekommt er bereits im Februar 2025 wieder, die Anklage auf Straßenverkehrsgefährdung wurde fallen gelassen. Diese Entscheidung macht nicht nur die Angehörigen wütend und fassungslos. Regelmäßig kommt es bei im Straßenverkehr getöteten Menschen zu Gerichtsurteilen, die weit hinter dem möglichen Strafmaß zurückbleiben.

#nichtmituns 

Wir fordern: zeitnahe Gerichtsverhandlungen, auch um die Angehörigen der Opfer zu entlasten. Aus den Urteilen muss deutlich werden, dass es kein Kavaliersdelikt ist, Personen im Straßenverkehr tödlich zu verletzen.

Ein weiterer tödlicher Unfall ereignete sich am 20. Februar 2023 auf der Kantstraße / Höhe Wielandstraße. Dort hatte der Fahrgast eines widerrechtlich auf einer Sperrfläche haltenden Taxis die rechte Seitentür geöffnet. Ein 50-jährigen Radfahrer, der auf dem Radweg fuhr, kollidierte mit der Tür und verstarb wenig später im Krankenhaus. Solche Dooringunfälle machen 10 Prozent der Unfälle zwischen Rad- und PKW-Fahrenden aus. Dabei sind sie vermeidbar.

#nichtmituns 

Wir fordern:  Sichere und geschützte Radwege sowie eine stärkere polizeiliche Überwachung von Überholabständen zu Fahrrädern, von Falschparkern und von Vorfahrtsmissachtungen beim Rechtsabbiegen.

Um die Kantstraße für Radfahrende sicher zu machen, gab es den Pop-Up-Radweg. Dieser wurde jedoch von der Verkehrssenatorin Manja Schreiner wieder rückabgewickelt. Ihr Argument: Autos und Busse würden im Stau stehen. Seitdem ist die Kantstraße wieder gefährlich für Radfahrende – und Autos und Busse stehen weiterhin im Stau.

#nichtmituns

Wir fordern: einen geschützten Radweg auf der Kantstraße und damit endlich Schutz und Sicherheit für ungeschützte Verkehrsteilnehmende – auch wenn dafür Parkplätze wegfallen.

WAS: Fahrraddemonstration

WANN: 7. Februar 2024, ab 17:30 Uhr (Abfahrt 18:15 Uhr)

WO: Start auf dem Falkplatz vor der Max-Schmeling-Halle im Prenzlauer Berg, Zwischenkundgebung: in der Kantstraße am Savignyplatz, Ende: Skaterfläche im Mauerpark


https://berlin.adfc.de/pressemitteilung/fahrraddemo-kantstrasse-endlich-sicher-machen

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 200.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die ADFC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer*in achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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