7 Teilnehmer der Stadtteilgruppe Reinickendorf radeln nach Neuruppin

7 Aktive der Stadtteilgruppe Reinickendorf sind gemeinsam unterwegs © Heike Bichowski

Wochenendtour nach Neuruppin

 

Im Rahmen der Jahresplanung wurde der Wunsch geäußert, dass wir als Stadtteilgruppe gemeinsam ein Wochenende verbringen wollten, um uns besser kennenzulernen. Die Wahl fiel auf das zweite Septemberwochenende und als Ziel wurde Neuruppin auserkoren.

 

So trafen wir uns bereits am Freitagvormittag am S-Bahnhof Hennigsdorf, wo man zur Stärkung schon einen Kaffee zu sich nehmen konnte.

Als alle 8 Teilnehmer versammelt waren, radelten wir auf zunächst bekannten Wegen zum Schloß Schwante, was sich jetzt in Privatbesitz befindet und leider nicht mehr besichtigt werden kann. Auf dem Weg dorthin stieg die Stimmung und wir schmetterten am Krämerwald das Brandenburglied, was dort als Gedenkstein aufgeschrieben steht. Auch das Waldklassenzimmer am Wegesrand war nicht jedem bekannt.

An der Windmühle Vehlefanz wurde der nächste kleine Stop eingelegt, sodass die Mühle von innen besichtigt werden konnte. Nach einem kleinen Abstecher durch die Lindensiedlung, der sich als nicht zielführend erwies, radelten wir dann doch an der Straße entlang zum Scheunenviertel nach Kremmen, wo mit Kaffee und Kuchen der Nachmittag versüßt wurde. Nun wurde es jedoch Zeit für eine zügige Weiterfahrt und Carsten fasste sich kurz, als er uns einige Informationen zum Stadtkern von Kremmen gab. Gerd war bereits ungeduldig vorgefahren und erwartete uns in Beetz, denn als alter Biker kannte er die Gegend wie seine Westentasche.

Unser Ziel lag direkt am Ruppiner See in Gnewikow. Das zum Hotel umgebaute Gutshaus war mit einer Familienfeier voll ausgelastet, doch das dazugehörige Jugendgästehaus hatte noch in einem separaten Trakt Zimmer für uns frei. Es war für uns ungewohnt, mal wieder in einem Doppelstockbett zu schlafen, doch da mehr Betten als Gäste pro Zimmer vorhanden waren, musste nur einer der Männer nach oben klettern. Bereits bei der Buchung hatte unser „Limpy“ Gerhard, der sich um die Organisation gekümmert hatte, die Zuordnung auch für die Paare vorgenommen. Statt Gemeinschaftsduschen über den Flur, gab es in jedem Zimmer ein zugehöriges Bad und sowohl am Abend als auch am Morgen stand uns ein beachtliches Buffett zur Verfügung. Überhaupt war das „Jugenddorf“ eine Besichtigung wert, denn neben den Unterkünften gab es ein riesiges Gelände, wo umgebaute Räumlichkeiten einer ehemaligen LPG als Disko, Sauna, Tischtennisraum u.ä. genutzt werden können und dahinter weitläufige Anlagen für diverse Sportarten, insbesondere Fußball. Wir fühlten uns gleich wieder als Berliner, denn bei der Ankunft prangte ein großes Banner „Concordia Wittenau“ über dem Eingang der Rezeption: die Kinder der Fußballmannschaft waren ebenfalls gerade aus Berlin angereist.

Natürlich wurde die Badestelle am See von einigen direkt nach der Ankunft noch getestet und auch für die morgendliche Schwimmleidenschaft für gut befunden.

Nach dem Abendessen zog es uns auf den Steg am See. Bewaffnet mit einer Bierkiste erlebten wir einen wunderbaren Mondaufgang über dem Wasser, der eine romantische Stimmung hervorrief.

 

Am nächsten Morgen entschieden wir uns für einen Ausflug nach Rheinsberg. Carsten, der als erfahrener Tourenleiter seine Kenntnisse einbrachte und Wolfgang, der ebenfalls in der Gegend schon viel geradelt war, zeigten uns, nachdem wir die Ufer des Ruppiner Sees verlassen hatten, besondere Stellen am Flüsschen Rhin, der sich insbesondere für Paddler als Tourenziel anbietet. Max wiederum konnte von seinen Erlebnissen auf Paddeltouren berichten und wir lernten uns langsam immer besser kennen.

In Rheinsberg verblüffte uns Carsten mit umfangreichen Kenntnissen zur Geschichte des Schlosses und machte auf verschiedene Anlagen im großen Park aufmerksam. Diverse gastronomische Betriebe luden zur Mittagspause ein, nach der es auf einem anderen Weg über Binenwalde zum Badestop im Kalksee ging. Herrlich klares Wasser wusch Staub und Schweiß hinweg. Wer nicht baden wollte, genoss den Anblick des natürlichen Sees vom Ufer aus. Wieder hungrig, wurde bereits der nächste Stop an der Boltenmühle eingelegt, ein sehr idyllisch gelegenes Hotel mit großer Terrasse und für die kalte Jahreszeit angebautem Wintergarten, dessen Mühlrad sich fleißig im Bachlauf dreht.

Die Bedienung wies uns auf einen Weg hin, der direkt am Ufer des Tornowsees entlangführte. Immer entlang der Seenkette des Rhins gelangten wir auf der Westseite des Sees nach Neuruppin. Doch leider blieb keine Zeit, denn das Buffett in unserem Jugenddorf war zeitlich vorgegeben und wir mussten uns sputen, um pünktlich dort zu sein.

Am Abend zogen wir wieder mit einer neuen Bierkiste zum Steg, doch nun versteckte sich der Mond mehr hinter den Wolken. Stattdessen loderte ein großes Feuer auf dem Platz vor dem See, das für die Jugendgruppen angezündet worden war. Wir beobachteten noch eine Wanderung mit Taschenlampen, doch so richtig wollte das Wetter nicht mitspielen und schickte eine paar Regentropfen. Gut behütet von großen Bäumen konnten wir das Schauspiel jedoch gut verfolgen und fielen dann doch müde von unserer Radtour frühzeitig ins Bett.

Am Sonntag stand schon wieder die Abreise an. Nach dem Frühstück wurden die Betten abgezogen, die Fahrräder wieder mit Packtaschen versehen und schon ging es ab nach Neuruppin. Endlich konnte uns Carsten die Stadt vorstellen und natürlich wurde die Kirche an der Wasserpromenade, die Löwen-Apotheke als Fontane-Haus und auch der Tempelgarten besucht.

Carsten machte uns auf den Baustil der Stadt aufmerksam und gab einen kleinen Exkurs in die bedeutendsten Persönlichkeiten der Stadt. So erhielten wir auf unserer kleinen Rad-Rundreise einen guten Eindruck, der sich durch die wunderbare Natur entlang des Ruppiner Sees in noch mehr Begeisterung steigerte. Landwirtschaftlich geprägt ging es durch die Felder des oberen Rhin Luchs bis zur Siegessäule in Hakenberg (Schlacht bei Fehrbellin). 2-Rad-Gerd kannte die Gaststätte hinter dem beachtlichen Turm, wo wir zur Mittagspause einkehrten. Natürlich wurde auch die Aussicht von der Plattform des Turms getestet, bevor es wieder gen Heimat ging.

Entlang der Straße kamen wir zügig voran, bis uns in Marwitz schließlich doch noch einer der vielen angekündigten Regenschauer für das Wochenende erwischte. Wir suchten Schutz unter einer alten Eiche in der Dorfmitte, sodass wir weitgehend trocken blieben. In Hennigsdorf verließ uns Regina, auf der Ruppiner Chaussee verabschiedeten sich nach und nach weitere Teilnehmer und jeder kehrte voller schöner Eindrücke von unserem gemeinsamen Wochenende heim.

Eine Wiederholung im nächsten Jahr soll unbedingt wieder eingeplant werden!

(Text von Heike Bichowski)

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